Fingerhaltung: die Grundstellung Taste für Taste
Acht Finger halten acht Ausgangstasten, a, s, d, f links und j, k, l, ö rechts, und aus diesen acht Positionen ergeben sich die Zuständigkeiten für alle 30 Buchstaben des deutschen Layouts. Die Aufteilung folgt Spalten: jeder Finger bedient die Tasten, die schräg über und schräg unter seinem Platz liegen, und kehrt danach zurück.
Die acht Ausgangstasten
Die Fingerkuppen liegen locker auf den Tasten, ohne sie zu drücken. Die Hand bildet einen leichten Bogen, wie über einem Apfel, die Handrücken bleiben etwa waagerecht. Beide Zeigefinger suchen zuerst die Wölbung auf f und j, danach fallen die übrigen Finger von selbst auf ihre Tasten.
Die Daumen liegen über der Leertaste, gedrückt wird nur mit einem, üblicherweise mit dem der schwächeren Hand. Die Festlegung ist wichtiger als die Wahl.
Die Spalten der linken Hand
- Kleiner Finger: q, a, y, dazu die Eins, der Zirkumflex links davon, Tab, Umschalttaste und Steuerungstaste.
- Ringfinger: w, s, x und die Zwei.
- Mittelfinger: e, d, c und die Drei.
- Zeigefinger: r, f, v und die Vier, zusätzlich t, g, b und die Fünf.
Die Spalten der rechten Hand
- Zeigefinger: u, j, m und die Sieben, zusätzlich z, h, n und die Sechs.
- Mittelfinger: i, k, Komma und die Acht.
- Ringfinger: o, l, Punkt und die Neun.
- Kleiner Finger: p, ü, ö, ä, ß, Bindestrich, die Null, das Akzentzeichen, Enter und die rechte Umschalttaste.
Die Doppelspalten der Zeigefinger
In der Mitte der Tastatur liegen mehr Spalten als Finger, deshalb übernehmen beide Zeigefinger je zwei. Der linke greift von f aus nach rechts zu t, g und b, der rechte von j aus nach links zu z, h und n. Das ist die einzige Stelle, an der ein Finger die Hand kurz verlässt, und sie muss danach zurückfinden.
Genau hier entstehen viele Fehler bei Buchstabenpaaren, die dieselbe Hand zweimal belasten. Die Folge zt in jetzt oder ht in nicht verlangt zwei Griffe desselben Fingers hintereinander, und dabei rutscht die Hand am leichtesten nach innen.
Warum der rechte kleine Finger am meisten trägt
Auf einem deutschen Layout ist dieser Finger für zehn Ziele zuständig, unter anderem für vier Buchstaben am äußeren Rand, für das ß in der Zahlenreihe und für Enter. Er ist gleichzeitig der kürzeste und schwächste Finger der Hand, und er muss die weitesten Wege gehen.
Zwei Bewegungen helfen dabei mehr als Kraft. Erstens dreht die ganze Hand leicht mit, statt den Finger allein zu strecken. Zweitens bleibt der Ringfinger auf dem l liegen, solange es geht, damit die Hand einen Anker behält. Wer beides nicht macht, hebt die Hand für jedes ä an und verliert die Grundstellung. Die vier Zeichen am rechten Rand sind unter Umlaute und Eszett im Einzelnen beschrieben.
Enter ist der Griff, der die Hand am weitesten aus der Ordnung holt. Auf der ISO-Form ist die Taste hoch, also über zwei Reihen erreichbar, und der kürzere Weg liegt auf Höhe der Grundreihe.
Die Karte in Worten
Wer sich die Aufteilung ohne Bild vorstellen will, denkt in vier Reihen und zehn schrägen Spalten. Die Spalten laufen von links oben nach rechts unten, weil die Tastenreihen versetzt sind: über dem a liegt das q einen halben Tastenschritt nach rechts, unter dem a das y einen halben Schritt nach links.
Die linke Hand deckt die Spalten eins bis fünf, wobei Spalte vier und fünf beide dem Zeigefinger gehören. Die rechte Hand deckt die Spalten sechs bis zehn, hier gehören Spalte sechs und sieben dem Zeigefinger, und der kleine Finger nimmt zusätzlich alles, was rechts von Spalte zehn noch kommt. Die Grundreihe ist die Mittelachse dieser Karte, die beiden Wölbungen auf f und j sind ihre Fixpunkte.
Handgelenk, Ellenbogen, Höhe
Das Handgelenk bleibt gerade und liegt nicht auf der Kante der Tischplatte auf. Aufliegen darf der Handballen, und zwar in Pausen, nicht während der Bewegung. Die Unterarme stehen etwa waagerecht, der Ellenbogen bildet einen Winkel um 90 Grad, die Schultern bleiben unten.
Flache Tastaturen sind hier im Vorteil, weil eine hohe Bauform das Handgelenk nach oben knickt. Wer eine hohe Tastatur hat, stellt die aufklappbaren Füße besser nicht auf und legt eine Auflage davor.
Vier Dinge, die die Ordnung auflösen
1. Ein Blick nach unten nach jedem Wort, weil der Rückweg zu f und j fehlt. 2. Großbuchstaben mit dem Shift derselben Hand, wodurch die Hand jedes Mal die Position verlässt. 3. Der kleine Finger, der ausgestreckt wartet, statt zu greifen und zurückzukommen. 4. Ein Tempo, das über der eigenen Genauigkeit liegt, wodurch aus Griffen Rutscher werden.
Die Reihenfolge des Aufbaus und die Stufen darüber stehen im Zehnfingersystem und unter blind schreiben lernen. Ob eine Taste wirklich schwer erreichbar ist oder nur nicht auslöst, klärt der Tastaturtest in einem Anschlag.
Für die Haltung selbst hilft ein ruhiger Text mehr als eine Übungsliste. Wilhelm Busch beschreibt 1874 in Er stellt sich vor sein Spiegelglas einen Mann, der sich vor dem Spiegel zurechtlegt und sich hinterher über die Eitelkeit anderer Leute ärgert. Die vierzehn Zeilen enthalten süßen, ärgert und Daß, sodass der rechte kleine Finger regelmäßig an den Rand muss, ohne dass Eile entsteht. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.