Sonderzeichen mit AltGr: wo Klammern, At-Zeichen und Tilde liegen
Das At-Zeichen entsteht auf dem deutschen Layout über AltGr und q, das Euro-Zeichen über AltGr und e, die geschweiften Klammern über AltGr mit der Sieben und der Null. Diese dritte Ebene ist der Teil der Tastatur, den niemand lernt, weil auf den Tastenkappen nur die Hälfte davon aufgedruckt ist.
Die dritte Ebene, Zeichen für Zeichen
AltGr rechts neben der Leertaste wird gehalten wie Shift, nicht vorher gedrückt und losgelassen. Damit erreichen Sie:
- At-Zeichen
@: AltGr und q. - Euro-Zeichen
€: AltGr und e. - Geschweifte Klammer auf
{und zu}: AltGr und die Sieben, AltGr und die Null. - Eckige Klammer auf
[und zu]: AltGr und die Acht, AltGr und die Neun. - Backslash
\: AltGr und die ß-Taste. - Senkrechter Strich
|: AltGr und die kleine Taste neben dem linken Shift. - Tilde
~: AltGr und die Plus-Taste. - Hochgestellte Zwei
²und Drei³: AltGr und die Zwei, AltGr und die Drei. - Mikro-Zeichen
µ: AltGr und m.
Auf derselben Tastatur liegen weitere Zeichen auf der Shift-Ebene, und die verwechselt man leicht mit der dritten: Der Schrägstrich sitzt auf Shift und Sieben, die runden Klammern auf Shift mit Acht und Neun, das Gleichheitszeichen auf Shift und Null, der Doppelpunkt auf Shift und Punkt, das Semikolon auf Shift und Komma, das Paragrafzeichen auf Shift und Drei.
Dieselben Zeichen auf einem US-Layout
Auf einer ANSI-Tastatur mit US-Belegung verteilen sich dieselben Zeichen völlig anders, und drei davon brauchen überhaupt keinen Modifikator. Die eckigen Klammern haben eigene Tasten rechts neben dem p, die geschweiften entstehen daraus mit Shift. Der Backslash hat eine breite eigene Taste über der Enter-Taste, der senkrechte Strich liegt auf derselben Taste mit Shift. Die Tilde sitzt links oben neben der Eins, dort mit Shift über dem Gravis. Das At-Zeichen entsteht mit Shift und Zwei.
Ein Zeichen fehlt dafür: Das Euro-Zeichen kennt die einfache US-Belegung nicht. Die Variante US International legt es auf AltGr und die Fünf, kauft das aber mit vier Tottasten, die im Code hinderlich sind. Was der Wechsel insgesamt spart und kostet, rechnet der Beitrag über die Tastatur für Programmierer an einer einzelnen Codezeile durch.
Position und Zeichen sind zwei verschiedene Dinge
Jede Taste meldet zwei Angaben: den Platz, an dem sie sitzt, und das Zeichen, das Ihr Systemlayout daraus gerade erzeugt. Der Platz ändert sich nie, das Zeichen mit jedem Layoutwechsel. Genau daran erkennt man, ob ein Problem in der Hardware oder in der Einstellung liegt.
Der Tastaturtest trennt diese beiden Angaben und zeichnet die Tastatur nach dem Platz, beschriftet sie aber mit dem Zeichen. Deshalb zeigt er auch die Zeichen der dritten Ebene richtig an und markiert Tasten, die in Ihrem Layout als Tottaste arbeiten und allein noch kein Zeichen liefern. Ohne diese Trennung sieht eine korrekt arbeitende Tottaste wie ein Defekt aus, und der Beitrag über Tottasten beschreibt den Unterschied im Einzelnen.
Griffe, die sich lohnen
Zwei Handgriffe machen den größten Teil der Arbeit. Der erste: AltGr immer mit dem rechten Daumen halten und die Zieltaste mit dem passenden Finger der linken Hand nehmen. Wer AltGr mit dem rechten Daumen hält und mit derselben Hand über die Zahlenreihe greift, verdreht das Handgelenk und verliert die Grundstellung. Der zweite: die vier Klammerzeichen als Paare üben, also die Sieben und die Null hintereinander, dann die Acht und die Neun. In der Reihenfolge stehen sie auch im Code.
Umlaute und ß bleiben davon unberührt, weil sie eigene Tasten am rechten Rand haben. Für Namen mit Akzent kommen dagegen die Tottasten ins Spiel, und dort ändert sich die Bedienung, weil man sie drückt und wieder loslässt, statt sie zu halten.
Wenn AltGr scheinbar nichts tut
Drei Ursachen deckt man in einer Minute auf. Erstens: Sie halten das linke Alt. Das öffnet die dritte Ebene nicht, denn AltGr ist die rechte Taste. Zweitens: Eine Anwendung fängt die Kombination als Kürzel ab, weil AltGr unter Windows der Kombination aus Steuerungstaste und rechtem Alt entspricht. Drittens: Im System ist ein anderes Layout aktiv als angenommen, und dann liefert dieselbe Taste ein anderes Zeichen. Der Test zeigt in allen drei Fällen, ob die Taste überhaupt antwortet.
Zeichen, die auf keiner Taste stehen
Für Zeichen ohne eigene Position kennt Windows die Eingabe über die Alt-Taste und den Zehnerblock: Alt halten, auf dem Block eine Zahlenfolge tippen, Alt loslassen. Auf diese Weise entstehen zum Beispiel das Gradzeichen und das Copyright-Zeichen. Zwei Bedingungen gehören dazu, nämlich ein eingeschalteter Zehnerblock und ein Programm, das die Eingabe annimmt, denn nicht jede Anwendung tut das. Wie der Block aufgebaut ist und wie Sie prüfen, ob er alle Ziffern meldet, steht im Beitrag über den Nummernblock. Welche Positionen Ihre Tastatur überhaupt mitbringt, hängt an der Bauform, und die trennt der Beitrag über ISO und ANSI.
Geübt werden Sonderzeichen am besten an Text, in dem sie tatsächlich vorkommen. BGB, Paragraf 188: Ende einer Frist, 1896 vom Reichstag des Deutschen Reichs beschlossen, erklärt in einem einzigen Satz, warum eine Frist von einem Monat am gleich benannten Tag des Folgemonats endet, und bringt dabei das Paragrafzeichen, Abkürzungen mit Punkt und Bindestriche in einer Zeile zusammen. Weimarer Verfassung, Artikel 109, 1919 von der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung beschlossen, übt daneben das Semikolon und ein Wort mit Bindestrich, zwei Zeichen, die man selten tippt und deshalb selten trifft.