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QWERTZ: was das deutsche Layout von QWERTY trennt

Veröffentlicht: · Aktualisiert: · 11 Min. Lesezeit

Das deutsche QWERTZ-Layout weicht vom amerikanischen QWERTY an sechs Stellen ab: Y und Z sind getauscht, rechts vom L stehen ö und ä, das ü eine Reihe höher, das ß hat eine eigene Taste, AltGr öffnet eine dritte Belegungsebene, und zwei Tasten schreiben erst beim zweiten Anschlag. Der sechste Unterschied ist die Bauform: gebaut wird das Ganze fast immer auf der ISO-Form mit 105 Tasten, zu sehen am hohen Enter.

Was unterscheidet QWERTZ von QWERTY?

Sechs Merkmale, und sie lassen sich nebeneinanderlegen. Die Tabelle nennt links die amerikanische Grundform, rechts die deutsche.

MerkmalQWERTY (US)QWERTZ (DE)
Buchstabe rechts vom TYZ
Rechts von der GrundstellungSemikolon und Apostrophö und ä
Rechts neben der NullBindestrichß, danach die Akzenttaste
Dritte BelegungsebenekeineAltGr
Tottasten in der Grundformkeinezwei, Zirkumflex und Akut mit Gravis
Übliche BauformANSI, 104 TastenISO, 105 Tasten

Wer die beiden Spalten nebeneinander liest, sieht, dass der Unterschied nicht bei den Buchstaben liegt, sondern an den Rändern: rechte Hand, Zahlenreihe und die Ebene unter AltGr. Genau dort schreibt Deutsch anders als Englisch.

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Warum sind Y und Z getauscht?

Auf QWERTZ steht das Z in der oberen Buchstabenreihe direkt neben dem T, und das Y wandert nach unten links neben das X. Die übliche Erklärung ist sprachlich: das Z kommt im Deutschen häufig vor, auch unmittelbar nach dem t, etwa in jetzt, Satz, Platz und in der Endung -tz, während das Y fast nur in Fremdwörtern und Namen auftaucht. Ein Dokument, das diesen Tausch begründet, ist nicht bekannt, also bleibt es die plausibelste Erklärung und nicht der belegte Grund.

Wer zwischen beiden Layouts wechselt, vertippt sich zuerst an genau diesen zwei Buchstaben, und zwar in beide Richtungen. Das ist kein Zeichen für einen Defekt, sondern die normale Folge einer anderen Zuordnung.

Wo liegen die Umlaute und das ß?

Rechts von der Grundstellung liegt bei QWERTZ kein Semikolon, sondern das ö, und direkt rechts daneben das ä. Das ü sitzt eine Reihe höher, rechts vom P. Das ß steht in der Zahlenreihe rechts neben der Null, gefolgt von der Akzenttaste. Diese vier Zeichen sind der eigentliche Grund, warum deutscher Text mit amerikanischer Belegung zäh wird: dort gibt es für sie keinen Platz, also müssen sie über Umwege entstehen.

Das große ẞ hat eine eigene Kombination, die weiter unten ihren Abschnitt bekommt. Welche Wege für diese vier Zeichen auf einem fremden Layout praktisch bleiben, steht bei den Umlauten und dem Eszett.

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Wie ist die Zahlenreihe auf QWERTZ belegt?

Dreizehn Tasten, bis zu drei Ebenen je Taste. Die Tabelle folgt der im Windows-Layout hinterlegten Belegung Taste für Taste; „tot“ heißt, die Taste schreibt beim ersten Anschlag nichts.

Tasteohne Umschaltmit Umschaltmit AltGr
links neben der 1^ (tot)°
11!
22"²
33§³
44$
55%
66&
77/{
88([
99)]
00=}
rechts neben der 0ß?\
rechts neben dem ß´ (tot)` (tot)

Eine Zeile der Tabelle räumt mit einem Irrtum auf, der durch Vergleichsartikel geistert: das ß liegt nicht dort, wo QWERTY das Fragezeichen hat. Es sitzt auf der Taste, die ein US-Board für den Bindestrich nutzt, rechts neben der Null, und das Fragezeichen ist seine zweite Ebene, Umschalt und ß. Das amerikanische Fragezeichen wohnt ganz woanders, auf der Taste rechts neben dem Punkt.

Die zweite Ebene ist zugleich die Stolperstelle beim Wechsel: auf ANSI stehen dieselben Zeichen an anderen Ziffern, weshalb Passwörter mit Sonderzeichen nach einem Layoutwechsel oft nicht mehr angenommen werden, obwohl die Finger dieselbe Bewegung machen. Und dass die Ziffern selbst ohne Umschalt schreiben, ist keine Selbstverständlichkeit: das französische AZERTY verlangt für jede einzelne Ziffer die Umschalttaste.

Was macht AltGr auf einer deutschen Tastatur?

AltGr rechts neben der Leertaste ist keine zweite Alt-Taste, sondern der Zugang zur dritten Belegungsebene. Dort liegen die Zeichen, die vor allem beim Programmieren gebraucht werden: das At-Zeichen über AltGr und q, das Euro-Zeichen über AltGr und e, die geschweiften Klammern über AltGr mit der Sieben und der Null, die eckigen Klammern über AltGr mit der Acht und der Neun, der Backslash über AltGr und ß. Vollständig trägt die dritte Ebene genau zwölf Zeichen:

ZeichenKombination
@AltGr und q
AltGr und e
µAltGr und m
²AltGr und 2
³AltGr und 3
{AltGr und 7
[AltGr und 8
]AltGr und 9
}AltGr und 0
\AltGr und ß
~AltGr und +
|AltGr und <

Die Tilde und der senkrechte Strich sind die beiden einzigen, die weder auf einer Ziffer noch auf einem Buchstaben liegen: die Tilde auf der Plus-Taste vor dem Enter, der Strich auf der kleinen Taste neben dem linken Umschalt.

Die linke Alt-Taste öffnet diese Ebene nicht. Unter Windows entspricht AltGr der Kombination aus rechtem Alt und Strg, weshalb Strg mit linkem Alt oft dasselbe Zeichen liefert. Wenn AltGr scheinbar nichts tut, fängt meist ein Programm die Kombination als eigenes Tastenkürzel ab.

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Wo liegt das große ẞ?

Auf Umschalt, AltGr und ß, alle drei zusammen. In der Belegung, die Windows heute für Deutsch hinterlegt, ist das große ẞ das einzige Zeichen auf der vierten Ebene, und es wohnt auf derselben Taste wie sein kleiner Bruder. Zulässig ist der Buchstabe seit der Aktualisierung des amtlichen Regelwerks 2017: neben STRASSE gilt seither auch STRAẞE.

Kommt bei der Kombination nichts an, ist die Belegung des Rechners älter als diese Fassung. Dann bleiben die Zeichenübersicht des Systems oder eine Ersetzung im Schreibprogramm; beide Wege stehen bei den Umlauten und dem Eszett.

Welche Tasten schreiben erst beim zweiten Anschlag?

Zwei. QWERTZ hat zwei Tastenpositionen, die beim ersten Anschlag stumm bleiben: den Zirkumflex links neben der Eins und die Taste rechts neben dem ß, die ohne Umschalt den Akut und mit Umschalt den Gravis trägt. Drei Akzente auf zwei Tasten also. Der erste Anschlag merkt sich das Akzentzeichen, der zweite entscheidet, ob â, é oder è daraus wird.

Die amerikanische Grundform von QWERTY kennt keine solche Taste, die Variante US International schon. Was dabei genau passiert und wie man den Unterschied zu einem echten Defekt erkennt, steht bei den Tottasten.

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Gilt QWERTZ auch in Österreich und der Schweiz?

In Österreich wörtlich: Windows führt gar keine eigene österreichische Belegung, die Liste der mitgelieferten Layouts kennt keinen Eintrag für Österreich. Ein Rechner in Wien schreibt auf exakt derselben deutschen Belegung wie einer in Köln, bis hinein in die Tottasten und das ẞ.

Die Schweiz ist der Gegenfall. Sie hat eine eigene QWERTZ-Belegung, und die weicht an 21 der 48 Zeichentasten von der deutschen ab: es gibt kein ß und kein ẞ, das @ liegt auf AltGr und 2 statt auf AltGr und q, Umschalt und 4 liefert ein ç, und die drei Umlaut-Tasten tragen je zwei Sprachen zugleich, ä, ö und ü ohne Umschalt und à, é und è mit. Dazu kommen drei tote Tasten statt zwei, mit fünf statt drei Akzentzeichen darauf. Die vollständige Belegung, der Unterschied zwischen der Deutschschweizer und der Westschweizer Variante und der Trick mit der Feststelltaste stehen im eigenen Beitrag zur Schweizer Tastatur.

Was hat die ISO-Form mit dem Layout zu tun?

Streng genommen nichts, praktisch fast immer alles. Layout und Bauform sind zwei getrennte Dinge, treten aber gemeinsam auf. QWERTZ sitzt fast immer auf der ISO-Form: Enter ist hoch und L-förmig, die Taste darüber dafür kurz, die linke Umschalttaste ist schmal, und daneben steht eine zusätzliche kleine Taste. Daraus ergeben sich 105 Tasten gegenüber 104 auf ANSI. Die Folgen für Tastenkappen und Ersatzteile sind im Vergleich ISO oder ANSI beschrieben.

Die Normenreihe ISO/IEC 9995 regelt dabei nicht, welcher Buchstabe wo liegt, sondern die Ordnung darunter: Reihen, Ebenen und die Zählweise der Tastenpositionen. Die Belegung selbst kommt aus der nationalen Norm, in Deutschland DIN 2137. Microsoft führt die im System hinterlegte Fassung als German Keyboard.

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Für wen lohnt sich QWERTZ, für wen nicht

Ja zu QWERTZ, wenn Deutsch die Sprache ist, in der Sie den Großteil des Tages schreiben. Vier Zeichen in Griffweite, die auf jedem anderen Layout eine Kombination kosten, holen den Unterschied an jedem längeren Text wieder herein.

Ja zu einer zweiten, amerikanischen Belegung daneben, wenn Sie viel Code schreiben und die geschweiften Klammern über AltGr als Bremse empfinden. Zwei Layouts nebeneinander sind sauber verwaltbar, sofern eines als Standard festgelegt ist.

Nein zum Wechsel auf ANSI, solange die Tastatur deutsch beschriftet ist. Die Aufdrucke stimmen dann dauerhaft nicht mehr, und das kostet in der Praxis mehr als jede eingesparte Kombination.

Womit anfangen: prüfen, welche Belegung wirklich aktiv ist, bevor irgendetwas umgestellt wird. Der übliche nächste Schritt ist dann, die Tastaturbelegung zu ändern.

Wann der Unterschied keine Rolle spielt

Bei reiner Zifferneingabe spielt er fast keine. Der Nummernblock ist auf beiden Layouts bis auf eine Taste gleich belegt: die Dezimaltaste liefert auf dem deutschen Layout ein Komma, auf dem amerikanischen einen Punkt. Wer den Tag in Tabellen verbringt, trifft genau an dieser einen Stelle auf den Unterschied und sonst nirgends.

Er spielt auch keine Rolle für die Tippgeschwindigkeit an sich. Getauscht sind zwei Buchstaben, und die Hand lernt beide Zuordnungen. Teuer wird erst der häufige Wechsel zwischen den Layouts, weil dann keine der beiden Zuordnungen sicher wird.

Und er ist kein Argument bei fremdsprachigem Text ohne Umlaute. Wer überwiegend englisch schreibt, gewinnt mit QWERTZ nichts, verliert aber auch nichts außer der Position von y und z.

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Warum die Tastaturkarte hier trotzdem stimmt

Ein Prüfwerkzeug, das nur auf das gemeldete Zeichen schaut, zeichnet auf einem deutschen Gerät ein amerikanisches Bild, sobald Beschriftung und Systemeinstellung auseinanderfallen. Der Tastaturtest liest deshalb die physische Position der Taste über KeyboardEvent.code und nicht das Zeichen, das das Layout daraus macht, KeyboardEvent.key.

Praktisch heißt das: Die Taste rechts vom T leuchtet als Z-Position auf, auch wenn das System gerade nach QWERTY belegt ist, und daneben steht das Zeichen, das dabei tatsächlich herauskommt. Weichen die beiden Angaben voneinander ab, ist die Ursache gefunden, ohne dass eine einzige Taste verdächtigt werden muss.

FAQ

Was bedeutet QWERTZ?

Die sechs Buchstaben oben links auf der Tastatur, gelesen von links nach rechts. Genauso ist QWERTY benannt, und der Unterschied im Namen ist zugleich der auffälligste Unterschied der beiden Layouts.

Warum liegt das Z auf der deutschen Tastatur oben?

Die übliche Erklärung ist die Häufigkeit: das Z ist im Deutschen ein gebräuchlicher Buchstabe, das Y erscheint fast nur in Fremdwörtern und Namen. Ein Dokument, das den Tausch begründet, ist nicht bekannt.

Wie tippe ich das At-Zeichen auf QWERTZ?

Mit AltGr und q. Die linke Alt-Taste öffnet diese Ebene nicht. Kommt kein Zeichen, fängt meist ein Programm die Kombination als eigenes Kürzel ab.

Wie tippe ich das große ẞ?

Umschalt, AltGr und ß zugleich. Die Kombination steht in der aktuellen deutschen Belegung von Windows; wo sie nichts liefert, ist die hinterlegte Belegung älter, und es bleiben die Zeichenübersicht des Systems oder eine Ersetzung im Schreibprogramm.

Hat QWERTZ mehr Tasten als QWERTY?

Nicht das Layout, sondern die Bauform. QWERTZ sitzt fast immer auf der ISO-Form mit 105 Tasten, QWERTY meist auf ANSI mit 104. Der Unterschied ist die Taste links neben dem Y.

Warum stimmen meine Sonderzeichen nach einem Layoutwechsel nicht mehr?

Weil die zweite Ebene der Zahlenreihe anders belegt ist. Das Und-Zeichen wandert von der Sechs auf die Sieben, die Klammern verschieben sich mit, und ein Passwort mit Sonderzeichen wird dadurch falsch eingegeben, obwohl die Finger dieselbe Bewegung machen.

Am schnellsten sitzt der Unterschied in den Fingern statt im Kopf, wenn ein Text mit Umlauten und einem ß durchläuft. Grundgesetz, Artikel 5: Meinungsfreiheit, 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossen, passt dafür gut: vier Sätze über freie Meinung und freie Presse, in denen äußern, zugänglichen, gewährleistet und persönlichen die rechte Hand mehrfach an den äußeren Rand schicken. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.

Quellen: die Karte der deutschen Belegung auf kbdlayout.info, geprüft am 16. August und erneut, Taste für Taste in der Layout-Datei, am 3. September 2026, sowie die Referenz German Keyboard bei Microsoft, geprüft am 16. August 2026.

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