QWERTZ: was das deutsche Layout von QWERTY trennt
Das deutsche QWERTZ-Layout weicht vom amerikanischen QWERTY an fünf Stellen ab: Y und Z sind getauscht, rechts vom L stehen drei Umlaute, das ß hat eine eigene Taste, AltGr öffnet eine dritte Belegungsebene, und zwei Tasten schreiben erst beim zweiten Anschlag. Gebaut wird das Ganze fast immer auf der ISO-Form mit 105 Tasten, was den sechsten Unterschied ausmacht und am hohen Enter zu sehen ist.
Y und Z auf getauschten Plätzen
Auf QWERTZ steht das Z in der oberen Buchstabenreihe direkt neben dem T, und das Y wandert nach unten links neben das X. Der Grund liegt in der Sprache: im Deutschen folgt auf t sehr oft ein z, in Zeit, zwei, jetzt und in der Endung -tz, während das Y fast nur in Fremdwörtern und Namen vorkommt. Der häufigere Griff bekommt den bequemeren Platz.
Wer zwischen beiden Layouts wechselt, vertippt sich zuerst an genau diesen zwei Buchstaben, und zwar in beide Richtungen. Das ist kein Zeichen für einen Defekt, sondern die normale Folge einer anderen Zuordnung.
Drei Umlaute und das ß
Rechts von der Grundstellung liegt bei QWERTZ kein Semikolon, sondern das ö. Darüber sitzt das ü, darunter das ä. Das ß steht in der Zahlenreihe rechts neben der Null, gefolgt von der Akzenttaste. Diese vier Zeichen sind der eigentliche Grund, warum deutscher Text auf einer ANSI-Tastatur zäh wird: dort gibt es für sie keinen Platz, also müssen sie über Umwege entstehen.
Für das große ẞ hat das Standardlayout keine feste Taste. Welche Wege auf einem fremden Layout praktisch bleiben, steht bei den Umlauten und dem Eszett.
Auch die zweite Ebene der Zahlenreihe ist anders belegt. Mit Shift liefert die Zwei das Anführungszeichen, die Drei das Paragraphenzeichen, die Sechs das Und-Zeichen, die Sieben den Schrägstrich, die Acht und die Neun die runden Klammern und die Null das Gleichheitszeichen. Auf ANSI stehen dieselben Zeichen an anderen Ziffern, weshalb Passwörter mit Sonderzeichen nach einem Layoutwechsel oft nicht mehr angenommen werden, obwohl die Finger dieselbe Bewegung machen.
AltGr ist die dritte Ebene
AltGr rechts neben der Leertaste ist keine zweite Alt-Taste, sondern der Zugang zur dritten Belegungsebene. Dort liegen die Zeichen, die vor allem beim Programmieren gebraucht werden: das At-Zeichen über AltGr und q, das Euro-Zeichen über AltGr und e, die geschweiften Klammern über AltGr mit der Sieben und der Null, die eckigen Klammern über AltGr mit der Acht und der Neun, der Backslash über AltGr und ß.
Die linke Alt-Taste öffnet diese Ebene nicht. Unter Windows entspricht AltGr der Kombination aus rechtem Alt und Steuerungstaste, weshalb Strg mit linkem Alt oft dasselbe Zeichen liefert. Wenn AltGr scheinbar nichts tut, fängt meist ein Programm die Kombination als eigenes Tastenkürzel ab.
Zwei Tottasten, drei Akzente
QWERTZ hat zwei Tastenpositionen, die beim ersten Anschlag stumm bleiben: den Zirkumflex links neben der Eins und die Taste rechts neben dem ß, die ohne Shift den Akut und mit Shift den Gravis trägt. Drei Akzente auf zwei Tasten also. Der erste Anschlag merkt sich das Akzentzeichen, der zweite entscheidet, ob â, é oder è daraus wird.
Die amerikanische Grundform von QWERTY kennt keine solche Taste, die Variante US International schon. Was dabei genau passiert und wie man den Unterschied zu einem echten Defekt erkennt, steht bei den Tottasten.
Die ISO-Form mit 105 Tasten
Layout und Bauform sind zwei getrennte Dinge, treten aber meist gemeinsam auf. QWERTZ sitzt fast immer auf der ISO-Form: Enter ist hoch und L-förmig, die Taste darüber dafür kurz, der linke Shift ist schmal, und daneben steht eine zusätzliche kleine Taste. Daraus ergeben sich 105 Tasten gegenüber 104 auf ANSI. Die Folgen für Tastenkappen und Ersatzteile sind im Vergleich ISO oder ANSI beschrieben.
Die Normenreihe ISO/IEC 9995 regelt dabei nicht, welcher Buchstabe wo liegt, sondern die Ordnung darunter: Reihen, Ebenen und die Zählweise der Tastenpositionen. Die Belegung selbst kommt aus der nationalen Norm, in Deutschland DIN 2137.
Warum die Tastaturkarte hier trotzdem stimmt
Ein Prüfwerkzeug, das nur auf das gemeldete Zeichen schaut, zeichnet auf einem deutschen Gerät ein amerikanisches Bild, sobald Beschriftung und Systemeinstellung auseinanderfallen. Der Tastaturtest liest deshalb die physische Position der Taste über KeyboardEvent.code und nicht das Zeichen, das das Layout daraus macht, KeyboardEvent.key.
Praktisch heißt das: Die Taste rechts vom T leuchtet als Z-Position auf, auch wenn das System gerade nach QWERTY belegt ist, und daneben steht das Zeichen, das dabei tatsächlich herauskommt. Weichen die beiden Angaben voneinander ab, ist die Ursache gefunden, ohne dass eine einzige Taste verdächtigt werden muss. Der übliche nächste Schritt ist dann, die Tastaturbelegung zu ändern.
Am schnellsten sitzt der Unterschied in den Fingern statt im Kopf, wenn ein Text mit vielen Umlauten und einem ß durchläuft. Grundgesetz, Artikel 5: Meinungsfreiheit, 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossen, passt dafür gut: vier Sätze über freie Meinung und freie Presse, in denen äußern, zugänglichen, gewährleistet und persönlichen die rechte Hand mehrfach an den äußeren Rand schicken. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.