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Umlaute und Eszett tippen, auch auf fremden Layouts

Veröffentlicht: · 4 Min Lesezeit · Aktualisiert:

Auf einer deutschen Tastatur nach DIN 2137 haben ä, ö, ü und ß vier eigene Tasten, alle vier am rechten Rand der Buchstabenfelder. Auf jedem anderen Layout gibt es diese Tasten nicht, und die vier Zeichen müssen über eine zweite Ebene, über eine Tottaste oder über einen Zahlencode entstehen.

Die vier Plätze auf QWERTZ

Das ö liegt rechts vom L, in derselben Reihe wie die Grundstellung. Das ü sitzt darüber, rechts vom P. Das ä steht rechts vom ö, direkt neben der Enter-Taste. Das ß hat seinen Platz in der Zahlenreihe rechts neben der Null, gefolgt von der Akzenttaste.

Alle vier gehören dem rechten kleinen Finger. Das ist der schwächste Finger der Hand und trägt hier vier häufige Zeichen plus Enter, was die Umlaute im Fehlerbild überdurchschnittlich oft nach oben bringt. Die genaue Zuordnung steht bei der Fingerhaltung.

Große Umlaute

Ä, Ö und Ü entstehen wie jeder andere Großbuchstabe: Shift halten, Taste drücken. Sinnvoll ist der Shift der linken Hand, weil die rechte den Griff nach außen sonst zusammen mit dem Shift derselben Hand ausführen müsste und dabei die Position verliert.

Beim ß ist der Fall anders, denn dieser Buchstabe hat historisch keine große Form. Seit der Aktualisierung des amtlichen Regelwerks im Jahr 2017 ist bei Großschreibung neben STRASSE auch STRAẞE zulässig. Eine Taste dafür gibt es im Standardlayout trotzdem nicht, und wer das Zeichen braucht, holt es aus der Zeichenübersicht des Systems oder legt es in seinem Schreibprogramm als Ersetzung ab.

US International

Die Windows-Belegung United States-International behält alle Buchstaben an ihren amerikanischen Plätzen und ergänzt zwei Wege zu den Umlauten.

Der Preis dieser Belegung ist bekannt: Anführungszeichen und Apostroph schreiben nicht mehr sofort, sondern warten auf den nächsten Anschlag. Wer viel programmiert, stört sich daran und greift zur Variante ohne Tottasten, die dafür die zusammengesetzten Zeichen verliert. Was dabei technisch passiert, steht bei den Tottasten.

Auf einem ANSI-Board ohne deutsches Layout

Hier hilft der Zahlencode. Unter Windows ergibt Alt gehalten und dann 0228 auf dem Nummernblock ein ä, 0246 ein ö, 0252 ein ü und 0223 ein ß. Für die Großbuchstaben gelten 0196, 0214 und 0220. Die führende Null gehört dazu, und die Ziffern müssen vom Nummernblock kommen, nicht aus der Zahlenreihe.

Auf macOS liegt der Weg über die Wahltaste: Wahltaste mit u erzeugt den wartenden Umlautpunkt, der folgende Vokal setzt ihn, und Wahltaste mit s liefert das ß. Unter Linux übernimmt diese Rolle meist eine eingerichtete Compose-Taste.

Dauerhaft bequemer ist trotzdem das deutsche Systemlayout, auch auf einem amerikanisch beschrifteten Board. Die Beschriftung stimmt dann nicht mehr, die Positionen aber schon, und wer blind schreibt, merkt den Unterschied nach zwei Tagen nicht. Wie die Umstellung geht, steht unter Tastaturbelegung ändern.

Wenn die Umlaute plötzlich verschwinden

Ein sehr häufiges Bild: ö, ä und ü liefern auf einmal Semikolon, Apostroph und eckige Klammer, das ß wird zum Bindestrich, und y und z sind getauscht. Dann steht das System auf einer amerikanischen Belegung, während die Tasten weiter deutsch beschriftet sind. Nichts ist defekt, nur die Zuordnung ist eine andere, und die Unterschiede sind im QWERTZ-Layout im Einzelnen beschrieben.

Der Tastaturtest zeigt beides nebeneinander: die physische Position der gedrückten Taste und das Zeichen, das das aktive Layout daraus macht. Damit ist in einem Anschlag geklärt, ob eine Taste stumm bleibt oder ob nur die Belegung dazwischensteht.

Auf dem Telefon und im Browser

Auf Bildschirmtastaturen liegen die Umlaute hinter dem langen Druck auf den Grundbuchstaben: a halten öffnet ä, o halten öffnet ö, u halten öffnet ü, und das ß erscheint hinter dem s. Wer eine deutsche Sprachtastatur eingerichtet hat, findet ä, ö und ü zusätzlich als eigene Tasten am rechten Rand, genau wie am Rechner.

Im Browser kommt eine zweite Ebene dazu. Manche Eingabefelder ersetzen Zeichen selbst, etwa gerade Anführungszeichen durch typografische, und einzelne Seiten fangen Tastenkombinationen für eigene Kürzel ab. Wenn AltGr in einer Anwendung nichts liefert, in einem einfachen Textfeld dagegen schon, liegt die Ursache dort und nicht in der Belegung.

Zwei Punkte, die oft übersehen werden

Ein Umlaut ist in der Sortierung kein eigener Buchstabe. In Wörterbüchern zählt ä wie a, in Namenslisten nach DIN 5007 Teil 2 dagegen wie ae, weshalb dieselbe Liste in zwei Programmen unterschiedlich sortiert erscheint.

Und die Ersatzschreibung ae, oe, ue bleibt in Adressen und Anmeldenamen erlaubt, ändert aber die Zeichenzahl. Bei einer Zeitmessung nach Anschlägen pro Minute macht das einen sichtbaren Unterschied, weil aus einem Anschlag zwei werden.

Am angenehmsten prüfen sich die vier Zeichen an einem Text, der sie oft braucht. Wilhelm Busch schreibt 1874 in Die Selbstkritik hat viel für sich zwölf gereimte Zeilen darüber, wie bequem es ist, sich selbst zu tadeln, und darin stehen hübsch, außerdem und mehrfach Daß. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.

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Jeder Abschnitt ist gemeinfrei. Autor, Jahr und Quelle stehen auf seiner Seite.

Die Selbstkritik hat viel für sich

Wilhelm Busch · 1874

Das Gedicht steht in Wilhelm Buschs Sammlung Kritik des Herzens von 1874. Es war Buschs erstes Buch mit Versen ohne Bilder, was das Publikum überraschte, weil man ihn als Zeichner kannte. Die Aufzählung erstens bis viertens macht aus einer Selbsteinschätzung eine kleine Rechnung. Die Sammlung liegt bei Project Gutenberg als freie Textdatei vor.

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Er stellt sich vor sein Spiegelglas

Wilhelm Busch · 1874

Das Gedicht steht in Buschs Sammlung Kritik des Herzens von 1874. Die Schreibungen arrangirt und probirt zeigen die Endung ir, die vor der Rechtschreibreform von 1901 üblich war. Die Pointe kehrt den Blick um, denn der Eitle sieht die Eitelkeit nur bei anderen. Project Gutenberg hält den Text als Datei bereit.

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Was ist Aufklärung? Die Unmündigkeit

Immanuel Kant · 1784

In diesem Abschnitt nennt Kant Satzungen und Formeln die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Der Aufsatz erschien 1784 in der Berlinischen Monatsschrift, die von Johann Erich Biester und Friedrich Gedike herausgegeben wurde. Kant lebte damals in Königsberg und lehrte dort Logik und Metaphysik. Der ganze Aufsatz ist kurz und passt auf wenige Druckseiten, die bei Wikisource nachlesbar sind.

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