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Lyrik

Das Mädchen aus der Fremde

Friedrich Schiller erschienen 1796 384 Zeichen mittel

In einem Tal bei armen Hirten Erschien mit jedem jungen Jahr, Sobald die ersten Lerchen schwirrten, Ein Mädchen, schön und wunderbar. Sie war nicht in dem Tal geboren, Man wußte nicht, woher sie kam, Und schnell war ihre Spur verloren, Sobald das Mädchen Abschied nahm. Beseligend war ihre Nähe, Und alle Herzen wurden weit, Doch eine Würde, eine Höhe Entfernte die Vertraulichkeit.

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Über diesen Text

Schiller schrieb das Gedicht 1796, in der Zeit seiner engen Zusammenarbeit mit Goethe in Weimar und Jena. Gedruckt wurde es in einem der Musenalmanache, die Schiller selbst herausgab. Das Mädchen bleibt bis zum Schluss ungenannt, das Gedicht erklärt es nicht. Der Text steht bei Project Gutenberg.

Woher dieser Text stammtDie Sammlung, aus der der Text stammt, führt ihn unter voller Überschrift; getippt werden die ersten drei der sechs Strophen. Was fehlt, sind die Gaben: Blumen und Früchte, das Austeilen an Jung und Alt und das Paar, das die schönsten bekommt. Der Ausschnitt endet daher mit der Distanz, nicht mit dem Geschenk. Gleich die erste Strophe zeigt den Reimbau, der bis zum Schluss durchgehalten wird, Hirten auf schwirrten und Jahr auf wunderbar. An Satzzeichen kennt der Ausschnitt nur zwei Sorten, zehn Kommas und drei Punkte, kein Semikolon und kein Gedankenstrich. Das einzige ß steht in wußte.

Was man leicht übersiehtAlle drei Strophen sind gleich gebaut: vier Zeilen im Kreuzreim, und jede bildet genau einen Satz. Punkt und Strophenende fallen dreimal hintereinander zusammen, was das Tempo beim Abschreiben sehr regelmäßig macht. Quelle

Was er übtFast alle Kommas stehen am Zeilenende, dort, wo der Blick ohnehin springt, und genau deshalb werden sie vergessen: zehn Stück auf zweiundsechzig Wörter, also eines alle sechs Wörter. Sieben Sonderzeichen sind wenig: drei ä, zwei ö, ein ü und ein ß; Mädchen kommt zweimal vor und bringt allein zwei davon. Sechsundzwanzig Großbuchstaben auf zwölf Zeilen heißt, dass neben jedem Zeilenanfang noch Hauptwörter dazukommen, dreiundzwanzig davon mitten im Satz. Vertraulichkeit schließt den Ausschnitt mit fünfzehn Buchstaben ab; davor liegen Beseligend und schwirrten, zwei Wörter, die man selten schreibt und deshalb langsam tippt.

Mehr zu diesem TextWer das Mädchen im Tal ist, sagt Schiller nicht

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Project Gutenberg

Titelbild zu Das Mädchen aus der Fremde von Friedrich Schiller, 1796
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1796, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Project Gutenberg

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