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Lyrik

Er ist’s

Eduard Mörike erschienen 1829 254 Zeichen fordernd

Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. – Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist’s! Dich hab’ ich vernommen!

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Über diesen Text

Mörikes Frühlingsgedicht wurde 1829 zuerst gedruckt und gehört heute zu den bekanntesten deutschen Gedichten. Mörike war evangelischer Pfarrer in Württemberg und schrieb neben dem Amt. Hugo Wolf vertonte mehr als fünfzig seiner Gedichte, darunter dieses. Der Text steht bei Wikisource.

Woher dieser Text stammtDas Gedicht steht vollständig da, alle neun Zeilen, und es ist kurz genug, um in einem Durchgang zu sitzen. Die benutzte Fassung folgt dem Sammelband der Schriften von 1878, Seite 32, wo die Überschrift Er ist’s lautet, mit angehängtem s hinter einem Auslassungszeichen. Im Text stehen läßt mit ß und bist’s mit derselben Kürzung, dazu hab’ ohne e. Die siebte Zeile beginnt nicht mit einem Wort, sondern mit einem Zeichen, das der Druck als Gedankenstrich setzt und die Tastatur als Bindestrich liefert, und der Rhythmus wechselt genau dort: die ersten vier Zeilen sind gleich lang, danach werden sie kürzer und unruhiger.

Was man leicht übersiehtGedruckt wurde das Frühlingsgedicht zuerst innerhalb eines Romans: es steht im zweiten Teil von Maler Nolten auf Seite 330 und nicht in einer Gedichtsammlung. Als Jahr der Entstehung gibt die Quelle 1829 an. Quelle

Was er übtLäßt und Süße tragen beide Umlaut und ß zugleich, und das in einem Text von nur achtunddreißig Wörtern. Auf 254 Zeichen kommen neun Sonderzeichen, viereinhalb auf hundert Buchstaben, fünf ü, zwei ä und zwei ß. Fünf Sätze teilen sich die achtunddreißig Wörter, im Schnitt keine acht je Satz, und drei davon enden mit einem Ausrufezeichen. Das heißt Umschalttaste am Zeilenende, dann sofort Zeilenwechsel, dreimal hintereinander. Von vierzehn Großbuchstaben stehen neun mitten im Satz. Wohlbekannte mit zwölf Buchstaben ist der längste Block ohne Leertaste, und Frühling kommt zweimal vor, beim ersten Mal ohne Artikel als allererstes Wort, was viele beim Abschreiben unbewusst ergänzen.

Aus unserem BlogBlind schreiben lernen: Grundstellung, Finger, Tempo

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Wikisource

Titelbild zu Er ist’s von Eduard Mörike, 1829
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1829, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Wikisource

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