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Anschläge pro Minute und pro Stunde: die Umrechnung

Veröffentlicht: · 4 Min Lesezeit · Aktualisiert:

Ein WPM entspricht 5 Anschlägen pro Minute und 300 Anschlägen pro Stunde, weshalb 40 WPM, 200 A/min und 12 000 Anschläge pro Stunde genau dasselbe Tempo beschreiben. Drei Einheiten für eine Messung haben sich gehalten, weil drei Bereiche sie unabhängig voneinander eingeführt haben, und keine davon ist richtiger als die anderen.

Was ein Anschlag ist

Ein Anschlag ist ein Tastendruck, der ein Zeichen im Text erzeugt, das Leerzeichen eingeschlossen. Shift, Steuerungstaste und AltGr zählen nicht mit, weil sie selbst kein Zeichen schreiben, sondern nur die Ebene wechseln.

Damit ist die Einheit näher an der Tastatur als an der Sprache. Ein langes Wort bringt viele Anschläge, ein kurzes wenige, und ein Text mit vielen Zahlen bringt Anschläge, die deutlich mehr Zeit kosten als Buchstaben aus der Grundreihe.

Die drei Einheiten im Verhältnis 1 zu 5 zu 300

Anschläge pro Minute, im Deutschen meist A/min, sind die Einheit der Schreibtests im deutschsprachigen Raum und entsprechen dem englischen CPM.

Anschläge pro Stunde, oft als KPH abgekürzt, sind dieselbe Zahl mal sechzig. Diese Einheit lebt in der Datenerfassung, weil sie größere Zahlen liefert und weil dort ohnehin in Stunden abgerechnet wird.

WPM, Wörter pro Minute, rechnet fünf Zeichen als ein Wort und ist die Einheit der internationalen Tests und der englischsprachigen Anzeigen. Wie diese Zählweise zustande kommt, steht unter Tippgeschwindigkeit messen.

Umrechnen in beide Richtungen

Von WPM nach Anschlägen: mal fünf für die Minute, mal dreihundert für die Stunde.

Von Anschlägen nach WPM: durch sechzig für die Minute, dann durch fünf.

Die Rechnung ist trivial und trotzdem nützlich, weil eine Anforderung in Anschlägen pro Stunde durch die große Zahl anders wirkt als dieselbe Anforderung in WPM.

Wo welche Einheit auftaucht

In deutschsprachigen Ausschreibungen für Sekretariat, Sachbearbeitung und Datenerfassung stehen die Anschläge, meist pro Minute im Büroumfeld und pro Stunde dort, wo größere Datenmengen erfasst werden. Auch Schreibkurse im deutschsprachigen Raum rechnen in Anschlägen.

WPM steht in englischsprachigen Anzeigen und in fast allen Testseiten im Netz. Wer sich auf beides bewirbt, braucht die Umrechnung in beide Richtungen, sonst vergleicht er eine Zahl mit einer anderen Einheit.

Vier Dinge, die eine Umrechnung wertlos machen

1. Brutto gegen netto. Eine Anschlagszahl ohne Angabe, ob Fehler abgezogen wurden, lässt sich nicht mit einem Nettowert vergleichen. 2. Leerzeichen. Ein Test, der sie nicht mitzählt, liefert einen etwa ein Fünftel niedrigeren Wert als die übliche Zählweise. 3. Das Zeitfenster. Eine Anforderung, die pro Stunde formuliert ist, meint selten eine Stunde ohne Pause, sondern ein Tempo, das über eine Stunde hochgerechnet wurde. 4. Die Art des Materials. Zahlen über den Nummernblock, Fließtext und Formulare mit Tabulatorsprüngen ergeben drei verschiedene Werte an derselben Tastatur.

Der vierte Punkt ist der, der in Bewerbungsverfahren am häufigsten für Überraschungen sorgt: geübt wurde Fließtext, geprüft werden Adressen und Beträge.

Beim Nummernblock ist der Unterschied besonders groß. Dort liegen zehn Ziffern, Komma und Enter auf einer Fläche, die eine Hand allein bedient, und die Anschlagszahl pro Minute steigt deshalb schnell über den Wert aus Fließtext. Eine Anforderung, die ausdrücklich Zahlen nennt, meint diese zweite Messung und nicht die aus einem allgemeinen Schreibtest. Wer beide Werte kennt, weiß auch, welchen er in eine Bewerbung schreibt.

Was in einer Anzeige wirklich verlangt wird

Eine Zahl allein ist nicht prüfbar. Sinnvoll ist die Rückfrage nach drei Dingen: welche Einheit, ob mit oder ohne Fehlerabzug, und auf welchem Material. Wer die Antwort hat, kann gezielt üben, statt einen allgemeinen Wert zu verfolgen.

Aus einer Anschlagszahl lässt sich außerdem nichts über den Menschen ableiten, der sie erreicht. Sie beschreibt ein Tempo an einer bestimmten Tastatur, auf einem bestimmten Material, in einem bestimmten Zeitfenster. Genauigkeit gehört immer dazu, weil ein Wert ohne Fehlerquote in der Praxis nichts spart. Wie sich Genauigkeit aufbaut, steht unter blind schreiben lernen, und der Schreibtest zeigt Anschläge, Wörter und Genauigkeit nebeneinander, damit der Vergleich nicht an der Einheit scheitert.

Ein trockener Fachtext eignet sich für diese Messung besser als ein Gedicht, weil er dem Material aus dem Arbeitsalltag ähnelt. BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag, 1896 vom Reichstag des Deutschen Reichs beschlossen, ist ein einziger langer Satz darüber, was passiert, wenn eine Frist auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Sonnabend fällt. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.

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Jeder Abschnitt ist gemeinfrei. Autor, Jahr und Quelle stehen auf seiner Seite.

BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag

Reichstag des Deutschen Reichs · 1896

Paragraf 193 des Bürgerlichen Gesetzbuchs verschiebt Fristen, die auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Sonnabend fallen. Der Sonnabend kam erst 1965 in den Text, weil die Fünftagewoche sich durchgesetzt hatte. Die Regel wirkt weit über das Zivilrecht hinaus, etwa bei Steuerfristen. Der geltende Wortlaut steht bei Gesetze im Internet.

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BGB, Paragraf 188: Ende einer Frist

Reichstag des Deutschen Reichs · 1896

Das Bürgerliche Gesetzbuch wurde am 18. August 1896 ausgefertigt und trat am 1. Januar 1900 in Kraft. Die Paragrafen 186 bis 193 regeln die Berechnung von Fristen und gelten auch außerhalb des Zivilrechts. Der hier zitierte Paragraf 188 erklärt, warum eine Frist von einem Monat am gleich benannten Tag des Folgemonats endet. Der amtliche Text steht bei Gesetze im Internet.

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Das Eisenbahnnetz der Schweiz

Meyers Konversations-Lexikon · 1888

Der Abschnitt zeigt, wie bunt das schweizerische Bahnwesen um 1885 aussah, von der Normalspur bis zur Zahnradbahn. Das genannte System Wetli war eine Zahnradbauart des Ingenieurs Kaspar Wetli. Bergbahnen entstanden in der Schweiz vor allem für den Reiseverkehr, wie der Artikel ausdrücklich vermerkt. Der Text steht bei Wikisource in der Übertragung der vierten Auflage.

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