Anschläge pro Minute und pro Stunde: die Umrechnung
Ein WPM entspricht 5 Anschlägen pro Minute und 300 Anschlägen pro Stunde, weshalb 40 WPM, 200 A/min und 12 000 Anschläge pro Stunde genau dasselbe Tempo beschreiben. Drei Einheiten für eine Messung haben sich gehalten, weil drei Bereiche sie unabhängig voneinander eingeführt haben, und keine davon ist richtiger als die anderen.
Was ein Anschlag ist
Ein Anschlag ist ein Tastendruck, der ein Zeichen im Text erzeugt, das Leerzeichen eingeschlossen. Shift, Steuerungstaste und AltGr zählen nicht mit, weil sie selbst kein Zeichen schreiben, sondern nur die Ebene wechseln.
Damit ist die Einheit näher an der Tastatur als an der Sprache. Ein langes Wort bringt viele Anschläge, ein kurzes wenige, und ein Text mit vielen Zahlen bringt Anschläge, die deutlich mehr Zeit kosten als Buchstaben aus der Grundreihe.
Die drei Einheiten im Verhältnis 1 zu 5 zu 300
Anschläge pro Minute, im Deutschen meist A/min, sind die Einheit der Schreibtests im deutschsprachigen Raum und entsprechen dem englischen CPM.
Anschläge pro Stunde, oft als KPH abgekürzt, sind dieselbe Zahl mal sechzig. Diese Einheit lebt in der Datenerfassung, weil sie größere Zahlen liefert und weil dort ohnehin in Stunden abgerechnet wird.
WPM, Wörter pro Minute, rechnet fünf Zeichen als ein Wort und ist die Einheit der internationalen Tests und der englischsprachigen Anzeigen. Wie diese Zählweise zustande kommt, steht unter Tippgeschwindigkeit messen.
Umrechnen in beide Richtungen
Von WPM nach Anschlägen: mal fünf für die Minute, mal dreihundert für die Stunde.
- 30 WPM sind 150 A/min und 9 000 Anschläge pro Stunde.
- 40 WPM sind 200 A/min und 12 000 Anschläge pro Stunde.
- 50 WPM sind 250 A/min und 15 000 Anschläge pro Stunde.
- 60 WPM sind 300 A/min und 18 000 Anschläge pro Stunde.
Von Anschlägen nach WPM: durch sechzig für die Minute, dann durch fünf.
- 8 000 Anschläge pro Stunde sind rund 133 A/min und rund 27 WPM.
- 10 000 Anschläge pro Stunde sind rund 167 A/min und rund 33 WPM.
- 14 000 Anschläge pro Stunde sind rund 233 A/min und rund 47 WPM.
- 20 000 Anschläge pro Stunde sind rund 333 A/min und rund 67 WPM.
Die Rechnung ist trivial und trotzdem nützlich, weil eine Anforderung in Anschlägen pro Stunde durch die große Zahl anders wirkt als dieselbe Anforderung in WPM.
Wo welche Einheit auftaucht
In deutschsprachigen Ausschreibungen für Sekretariat, Sachbearbeitung und Datenerfassung stehen die Anschläge, meist pro Minute im Büroumfeld und pro Stunde dort, wo größere Datenmengen erfasst werden. Auch Schreibkurse im deutschsprachigen Raum rechnen in Anschlägen.
WPM steht in englischsprachigen Anzeigen und in fast allen Testseiten im Netz. Wer sich auf beides bewirbt, braucht die Umrechnung in beide Richtungen, sonst vergleicht er eine Zahl mit einer anderen Einheit.
Vier Dinge, die eine Umrechnung wertlos machen
1. Brutto gegen netto. Eine Anschlagszahl ohne Angabe, ob Fehler abgezogen wurden, lässt sich nicht mit einem Nettowert vergleichen. 2. Leerzeichen. Ein Test, der sie nicht mitzählt, liefert einen etwa ein Fünftel niedrigeren Wert als die übliche Zählweise. 3. Das Zeitfenster. Eine Anforderung, die pro Stunde formuliert ist, meint selten eine Stunde ohne Pause, sondern ein Tempo, das über eine Stunde hochgerechnet wurde. 4. Die Art des Materials. Zahlen über den Nummernblock, Fließtext und Formulare mit Tabulatorsprüngen ergeben drei verschiedene Werte an derselben Tastatur.
Der vierte Punkt ist der, der in Bewerbungsverfahren am häufigsten für Überraschungen sorgt: geübt wurde Fließtext, geprüft werden Adressen und Beträge.
Beim Nummernblock ist der Unterschied besonders groß. Dort liegen zehn Ziffern, Komma und Enter auf einer Fläche, die eine Hand allein bedient, und die Anschlagszahl pro Minute steigt deshalb schnell über den Wert aus Fließtext. Eine Anforderung, die ausdrücklich Zahlen nennt, meint diese zweite Messung und nicht die aus einem allgemeinen Schreibtest. Wer beide Werte kennt, weiß auch, welchen er in eine Bewerbung schreibt.
Was in einer Anzeige wirklich verlangt wird
Eine Zahl allein ist nicht prüfbar. Sinnvoll ist die Rückfrage nach drei Dingen: welche Einheit, ob mit oder ohne Fehlerabzug, und auf welchem Material. Wer die Antwort hat, kann gezielt üben, statt einen allgemeinen Wert zu verfolgen.
Aus einer Anschlagszahl lässt sich außerdem nichts über den Menschen ableiten, der sie erreicht. Sie beschreibt ein Tempo an einer bestimmten Tastatur, auf einem bestimmten Material, in einem bestimmten Zeitfenster. Genauigkeit gehört immer dazu, weil ein Wert ohne Fehlerquote in der Praxis nichts spart. Wie sich Genauigkeit aufbaut, steht unter blind schreiben lernen, und der Schreibtest zeigt Anschläge, Wörter und Genauigkeit nebeneinander, damit der Vergleich nicht an der Einheit scheitert.
Ein trockener Fachtext eignet sich für diese Messung besser als ein Gedicht, weil er dem Material aus dem Arbeitsalltag ähnelt. BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag, 1896 vom Reichstag des Deutschen Reichs beschlossen, ist ein einziger langer Satz darüber, was passiert, wenn eine Frist auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Sonnabend fällt. Der Abschnitt liegt mit Quelle und Jahr im Schreibtest.