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Schreibtest für Bewerbungen: Ablauf, Dauer und Schwellen

Veröffentlicht: · 4 Min Lesezeit · Aktualisiert:

Ein Schreibtest im Bewerbungsverfahren ist kurz: ein bis fünf Minuten genügen, um drei Zahlen zu erzeugen, nämlich Anschläge pro Minute, Wörter pro Minute und die Genauigkeit in Prozent. Alles Weitere, was am Ergebnis später diskutiert wird, hängt an drei Einstellungen des Tests, und die stehen meist in den Hinweisen auf dem Bildschirm.

Was gemessen wird

Gemessen werden immer zwei Dinge zugleich: das Tempo und der Anteil der Anschläge, die beim ersten Versuch getroffen haben. Ein Ergebnis mit hohem Tempo und 90 Prozent Genauigkeit sagt über die tägliche Arbeit weniger aus als ein ruhigeres Tempo bei 98 Prozent, weil im ersten Fall ein zweiter Durchgang durch den Text nötig bleibt.

In Verfahren für Sachbearbeitung und Verwaltung kommt häufig ein zweiter Teil hinzu: Zahlenreihen, Formularfelder, Adressdaten. Dort wird nicht Fließtext geprüft, sondern der Wechsel zwischen Buchstaben und Ziffern, und dafür zählt der Nummernblock mit einer eigenen Einheit.

Die Dauer entscheidet mit

Ein Durchgang über eine Minute belohnt einen guten Anlauf. Fünf Minuten zeigen etwas anderes, nämlich wie schnell Sie nach einem Fehler wieder in den Rhythmus kommen und wie stabil die Aufmerksamkeit gegen Ende bleibt. Fällt die Genauigkeit in der letzten Minute deutlich ab, liegt das selten an den Fingern.

Deshalb hilft es, in der Vorbereitung nicht nur kurze Läufe zu tippen. Der Schreibtest bietet 15, 30 und 60 Sekunden sowie einen Modus über den vollständigen Text, und der lange Modus ist der, der einem Bewerbungstest am nächsten kommt.

Rücktaste: die Frage, die man stellen darf

Wie Korrekturen gewertet werden, verändert das Ergebnis stärker als die Textsorte. Drei Varianten kommen vor.

Nach der Regelung zu fragen, ist keine Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, dass Sie die eigene Zahl hinterher einordnen können. Wenn Ihnen niemand antwortet, hilft ein Blick auf die Anzeige während der Eingabe: Bleibt ein falsches Zeichen rot markiert, obwohl Sie es überschrieben haben, ist es bereits gezählt.

Schwellen aus Anzeigen umgerechnet

Anforderungen stehen im Deutschen meist in Anschlägen pro Stunde, und das lässt sie größer wirken, als sie sind. 10 000 Anschläge pro Stunde sind rund 167 pro Minute und damit etwa 33 Wörter pro Minute, 12 000 sind 40 Wörter pro Minute, 15 000 sind 50. Neben dem Tempo nennen Anzeigen häufig eine Mindestgenauigkeit, oft zwischen 95 und 98 Prozent.

Welche Schwelle wirklich gilt, steht ausschließlich in der jeweiligen Anzeige, und manche nennen gar keine. Die Umrechnung sämtlicher Einheiten steht im Beitrag über die durchschnittliche Tippgeschwindigkeit, zusammen mit dem Unterschied zwischen rohem und bereinigtem Tempo.

Eine Woche Vorbereitung

Sieben Tage reichen nicht, um das Tempo umzubauen, aber sie reichen, um die vermeidbaren Verluste abzustellen. Ein Muster, das trägt:

1. Zehn bis fünfzehn Minuten am Tag, lieber täglich als am Wochenende in einem Block. 2. Jeden Tag ein neuer Text. Denselben Abschnitt zu wiederholen trainiert den Abschnitt, nicht die Fertigkeit. 3. Zwei Läufe über 60 Sekunden, danach ein längerer Text ohne Uhr. 4. Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen und Zahlen bewusst mitüben, denn genau dort entstehen im Testtext die Brüche. 5. Genauigkeit vor Tempo. Unter 95 Prozent bewusst langsamer tippen, bis der Lauf saubersteht.

Wer die Grundstellung noch nicht sicher hat, hat in einer Woche mehr von der Methode als von Wiederholungen; der Beitrag über das blinde Schreiben beschreibt die Fingerzuordnung im Einzelnen.

Am Tag des Tests

Die Tastaturen im Testraum sind nicht Ihre. Flache Notebooktasten und eine hohe mechanische Tastatur fühlen sich unterschiedlich an, und die Enter-Taste hat je nach Bauform eine andere Form. Fragen Sie ruhig nach einer kurzen Aufwärmrunde, und prüfen Sie in den ersten Zeilen, ob das Systemlayout tatsächlich QWERTZ ist und Umlaute dort liegen, wo Sie sie greifen. Wenn eine Taste hängt, ist das kein Grund zu schweigen; der Tastaturtest zeigt so etwas in zwanzig Sekunden.

Ein Schreibtest prüft eine einzelne Fertigkeit an einem einzelnen Tag. Er entscheidet weder über Ihre Eignung für den Beruf noch über den Rest des Verfahrens, und eine Zahl aus einer Minute beschreibt keinen Menschen. Wenn ein Arbeitgeber einen Nachweis sehen will, lohnt vorher der Blick in den Beitrag über das Tippzertifikat, damit Sie wissen, was ein solches Papier leistet.

Zum Üben mit ruhigem Kopf passt ein Text, der von sich aus trägt. Grundgesetz, Artikel 5: Meinungsfreiheit, 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossen, ist der viel zitierte und selten vollständig gelesene Artikel über die freie Meinung in Wort, Schrift und Bild, mit langen Komposita wie Pressefreiheit und Berichterstattung. Wer stattdessen Bürosprache üben will, findet in BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag, 1896 vom Reichstag des Deutschen Reichs beschlossen, die Regel, die eine Frist vom Sonntag auf den nächsten Werktag schiebt.

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Grundgesetz, Artikel 5: Meinungsfreiheit

Parlamentarischer Rat · 1949

Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die freie Meinung in Wort, Schrift und Bild und dazu die Freiheit von Presse, Rundfunk und Film. Der knappe Satz über die Zensur stand in fast gleicher Form schon in der Weimarer Verfassung von 1919. Die Schranken des zweiten Absatzes zeigen, dass das Grundrecht nicht ohne Grenzen gilt. Den amtlichen Wortlaut hält das Portal Gesetze im Internet bereit.

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BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag

Reichstag des Deutschen Reichs · 1896

Paragraf 193 des Bürgerlichen Gesetzbuchs verschiebt Fristen, die auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Sonnabend fallen. Der Sonnabend kam erst 1965 in den Text, weil die Fünftagewoche sich durchgesetzt hatte. Die Regel wirkt weit über das Zivilrecht hinaus, etwa bei Steuerfristen. Der geltende Wortlaut steht bei Gesetze im Internet.

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