BGB, Paragraf 193: Sonn- und Feiertag
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Paragraf 193 des Bürgerlichen Gesetzbuchs verschiebt Fristen, die auf einen Sonntag, einen Feiertag oder einen Sonnabend fallen. Der Sonnabend kam erst 1965 in den Text, weil die Fünftagewoche sich durchgesetzt hatte. Die Regel wirkt weit über das Zivilrecht hinaus, etwa bei Steuerfristen. Der geltende Wortlaut steht bei Gesetze im Internet.
Woher dieser Text stammtEin Satz, mehr ist diese Vorschrift nicht. Er läuft über vierundfünfzig Wörter, beginnt mit dem Fall, dass an einem bestimmten Tag etwas zu erklären oder zu leisten ist, hängt die Möglichkeit an, dass dieser Tag auf einen Sonntag oder Feiertag trifft, und liefert die Rechtsfolge erst ganz zum Schluss, den nächsten Werktag. In der Mitte steht die Ortsangabe am Erklärungs- oder Leistungsort, in der das erste Wort seinen Rumpf abgibt und mit einem Strich in der Luft stehen bleibt. Getippt wird die Fassung, die Gesetze im Internet als amtlichen Wortlaut veröffentlicht.
Was man leicht übersiehtDie amtliche Überschrift lautet Sonn- und Feiertag; Sonnabend. Sie trennt ihre beiden Teile mit einem Strichpunkt und benutzt für den Samstag das norddeutsche Wort, das auch im Satz selbst steht. Quelle
Was er übtZwischen dem ersten Wort und dem einzigen Punkt liegen zwei Kommas, sonst nichts, woran die Hände sich festhalten könnten. Genau das ist die Übung: ein Satz ohne Atempause über 363 Zeichen. Fünfzehn Großbuchstaben fallen mitten hinein, jeder ein Griff zur Umschalttaste, den kein Rhythmus ankündigt. Ziffern fehlen ganz, ebenso ß, ö und ü; übrig bleibt viermal das ä, verteilt auf Willenserklärung, fällt, Erklärungs und nächste. Es hat auf der deutschen Belegung rechts neben dem Ö seinen eigenen Platz. Das längste Wort misst sechzehn Buchstaben und heißt Willenserklärung. Die häufigste Falle sitzt hinter Erklärungs: dort folgt ein Leerzeichen, kein Buchstabe. Wer nach Sinn tippt, setzt außerdem nach Sonnabend einen Punkt, wo nur ein Komma steht.
Aus unserem BlogBlind schreiben lernen: Grundstellung, Finger, TempoDen ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Gesetze im Internet

Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1896, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Gesetze im Internet
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