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Reden und Geschichte

Universalgeschichte, Anfang der Rede

Friedrich Schiller erschienen 1789 353 Zeichen mittel

Erfreuend und ehrenvoll ist mir der Auftrag, meine h. H. H., an Ihrer Seite künftig ein Feld zu durchwandern, das dem denkenden Betrachter so viele Gegenstände des Unterrichts, dem thätigen Weltmann so herrliche Muster zur Nachahmung, dem Philosophen so wichtige Aufschlüsse, und jedem ohne Unterschied so reiche Quellen des edelsten Vergnügens eröfnet.

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Über diesen Text

Schiller hielt diese Antrittsrede als neuer Professor in Jena, wo er zunächst ohne festes Gehalt lehrte. Die Anrede meine h. H. H. steht im Druck für meine hochgeehrten Herren. Die Rede erschien noch im selben Jahr im Druck und gilt als Schillers wichtigster Text über den Sinn des Geschichtsstudiums. Bei Wikisource ist sie nach einer frühen Ausgabe wiedergegeben.

Woher dieser Text stammtDen Wortlaut liefert der Abdruck in Wielands Zeitschrift Der Teutsche Merkur von 1789. Getippt werden die allerersten Zeilen der Vorlesung, also das, was die Zuhörer als Erstes hörten. Mitten darin stehen drei Abkürzungspunkte kurz hintereinander, sodass jedes Zählprogramm hier drei Satzenden erkennt, wo in Wahrheit nur eines liegt. Thätigen trägt ein h nach dem t, Aufschlüsse ein ü und ein ß, und der ganze Bogen kommt ohne Doppelpunkt und ohne Fragezeichen aus. Die Zuhörer bekamen einen einzigen langen Satz zu hören, bevor der zweite überhaupt begann.

Was man leicht übersiehtDas letzte Wort des Satzes ist im Druck von 1789 als eröfnet gesetzt, mit einem einzigen f. Die Textfassung übernimmt die Schreibung unverändert, statt den Buchstaben stillschweigend zu verdoppeln. Quelle

Was er übtZweiundfünfzig Wörter in einem Zug, sechs Kommas, vier Punkte, sonst nichts: das verlangt Ausdauer, keine Fingerakrobatik. Drei der vier Punkte gehören aber gar nicht ans Satzende, sondern zu einer Abkürzung, in der ein kleines h und zwei große H mit je einem Punkt aufeinanderfolgen; dort folgen auf engstem Raum drei Buchstaben und drei Punkte aufeinander, zweimal mit einem Umschaltgriff dazwischen. Achtzehn Großbuchstaben stehen im Text, siebzehn davon mitten im Satz. Sechs Umlaute verteilen sich auf drei ü, zwei ä und ein ö. Am schwersten wiegen durchwandern, Gegenstände und Aufschlüsse. Weil kein Sinnabschnitt endet, gibt es auch keine Stelle, an der man den Blick heben könnte, ohne die Zeile zu verlieren.

Aus unserem BlogBlind schreiben lernen: Grundstellung, Finger, Tempo

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Wikisource

Titelbild zu Universalgeschichte, Anfang der Rede von Friedrich Schiller, 1789
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1789, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Wikisource

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