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Theater und Drama

Wilhelm Tell, Lied des Alpenjägers

Friedrich Schiller erschienen 1804 487 Zeichen mittel

Es donnern die Höhen, es zittert der Steg, Nicht grauet dem Schützen auf schwindlichtem Weg; Er schreitet verwegen Auf Feldern von Eis; Da pranget kein Frühling, Da grünet kein Reis; Und, unter den Füßen ein neblichtes Meer, Erkennt er die Städte der Menschen nicht mehr; Durch den Riß nur der Wolken Erblickt er die Welt, Tief unter den Wassern Das grünende Feld. (Die Landschaft verändert sich, man hört ein dumpfes Krachen von den Bergen, Schatten und Wolken laufen über die Gegend.)

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Über diesen Text

Das Lied steht am Beginn von Schillers Schauspiel Wilhelm Tell, das 1804 in Weimar erstmals gespielt wurde. Die drei Eingangslieder von Fischerknabe, Hirt und Alpenjäger malen die Landschaft, bevor die Handlung einsetzt. Schiller war nie in der Schweiz, er arbeitete mit Karten und Reiseberichten. Der Text steht bei Project Gutenberg.

Woher dieser Text stammtZugrunde liegt eine Buchausgabe von 1862, die die Übertragung so genau wie möglich wiedergibt. Über dem Lied steht dort nicht der Name des Sängers allein, sondern der Vermerk Zweite Variation: Die Melodie ist dieselbe wie in den beiden Liedern davor, nur weitergeführt. Getippt werden zwölf Verszeilen und dazu die Regieanweisung in Klammern, mit der sich die Landschaft verändert und ein dumpfes Krachen von den Bergen kommt. Zwei Wörter sind älter, als sie aussehen: schwindlichtem und neblichtes tragen ein cht, wo heute ig stünde.

Was man leicht übersiehtDie Ausgabe von 1862 löst große Umlaute am Wortanfang in zwei Buchstaben auf: Im Personenverzeichnis und in den Regieanweisungen stehen Oeffentliche und Ueber, während dieselben Laute im Wortinneren ihre Punkte behalten. Quelle

Was er übtZwei Sätze, einundachtzig Wörter, im Schnitt über vierzig Wörter je Satz: Wer hier zu früh einen Punkt setzt, muss zurück. Acht Kommas und vier Semikolons sind die einzigen Zwischenmarken, und die Semikolons stehen genau dort, wo das Ohr eine Satzgrenze hört. Zwölf Sonderzeichen bringen sechs ü, zwei ö, zwei ä und zwei ß mit; Füßen vereint Umlaut und ß in fünf Buchstaben. Sechsunddreißig Großbuchstaben auf vierzehn Zeilen halten die Umschalttaste ständig im Spiel, meist die rechte, weil die Versanfänge überwiegend auf Buchstaben der linken Hand liegen. Der eigentliche Bruch kommt am Schluss: Nach zwölf kurzen Verszeilen folgt eine Regieanweisung in Klammern, in Prosa, über zwei Zeilen und mit ganz anderem Rhythmus.

Mehr zu diesem TextWarum Wilhelm Tell mit drei Liedern beginnt

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Project Gutenberg

Titelbild zu Wilhelm Tell, Lied des Alpenjägers von Friedrich Schiller, 1804
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1804, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Project Gutenberg

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