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Prosa

Über das Marionettentheater, Begegnung

Heinrich von Kleist erschienen 1810 440 Zeichen mittel

Ich sagte ihm, daß ich erstaunt gewesen wäre, ihn schon mehrere Mal in einem Marionettentheater zu finden, das auf dem Markte zusammengezimmert worden war, und den Pöbel, durch kleine dramatische Burlesken, mit Gesang und Tanz durchwebt, belustigte. Er versicherte mir, daß ihm die Pantomimik dieser Puppen viel Vergnügen machte, und ließ nicht undeutlich merken, daß ein Tänzer, der sich ausbilden wolle, mancherlei von ihnen lernen könne.

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Über diesen Text

Kleist veröffentlichte diesen Aufsatz im Dezember 1810 in seiner Zeitung Berliner Abendblätter. Der Text ist als Gespräch zwischen einem Erzähler und einem Tänzer gebaut und fragt, warum Puppen anmutiger wirken als Menschen. Er gilt heute als einer der wichtigsten deutschsprachigen kurzen Texte über Bewegung und Kunst. Wikisource hat den Volltext.

Woher dieser Text stammtGetippt wird der zweite Absatz des Aufsatzes. Im ersten trifft der Erzähler den ersten Tänzer der Oper in einem öffentlichen Garten, und hier spricht er ihn darauf an, dass er ihn mehrfach in einer zusammengezimmerten Marionettenbude auf dem Markt gesehen hat. Die Antwort des Tänzers steht im zweiten Satz. In den Berliner Abendblättern steht daß dreimal in diesem kurzen Stück, und Kommas sitzen dort, wo heute keine mehr stehen, etwa vor durch kleine dramatische Burlesken. Den Tänzer bezeichnet der Druck nur mit dem Buchstaben C., die Stadt nur mit M.

Was man leicht übersiehtDer Aufsatz erschien in vier aufeinanderfolgenden Nummern der Berliner Abendblätter, vom 12. bis zum 15. Dezember 1810. Im Druck lautet der Titel Ueber das Marionettentheater, mit aufgelöstem Umlaut. Quelle

Was er übtZwei Wörter mit siebzehn und achtzehn Buchstaben stehen in einem Absatz von 66 Wörtern: zusammengezimmert und Marionettentheater. Beide sind Zusammensetzungen ohne Trennstrich, und beide fallen in einen Satz, in dem schon zwölf Kommas gesetzt sind. Neun Sonderzeichen verteilen sich auf 440 Zeichen, vier ß, zwei ä, zwei ö, ein ü. Dazu kommt die indirekte Rede mit wäre, machte, wolle und könne. Diese Formen sehen den geläufigen ähnlich und weichen doch um einen Buchstaben ab, was beim schnellen Tippen regelmäßig zu einem falschen Vokal führt. Dreimal steht daß, jedes Mal am Beginn eines neuen Nebensatzes.

Mehr zu diesem TextWas Kleist an hölzernen Puppen bewunderte

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Wikisource

Titelbild zu Über das Marionettentheater, Begegnung von Heinrich von Kleist, 1810
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1810, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Wikisource

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