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Märchen und Fabeln

Der Hausknecht in dem Weidenbusch

Wilhelm Busch erschienen 1874 243 Zeichen mittel

Der Hausknecht in dem »Weidenbusch« Zu Frankfurt an dem Main, Der war Poet, doch immer kurz, Denn wenig fiel ihm ein. Ja, sprach er, Freund, wir leben jetzt In der Depeschenzeit, Und Schiller, käm er heut zurück, Wär auch nicht mehr so breit.

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Über diesen Text

Das Gedicht gehört zu Kritik des Herzens, Buschs Verssammlung von 1874. Der Weidenbusch war ein bekanntes Gasthaus in Frankfurt am Main. Die Pointe spielt mit dem Wort Depeschenzeit, denn Telegramme kosteten pro Wort und erzwangen Kürze. Bei Project Gutenberg ist die Sammlung vollständig nachlesbar.

Woher dieser Text stammtGedruckt wurde die Vorlage 1914 in München bei Bassermann, als dreizehnte Auflage des Bandes. Im Band steht das Stück unter achtzig Gedichten, die alle ohne Titel gedruckt sind und sich nur an ihrer ersten Zeile unterscheiden lassen. Getippt werden acht Verszeilen in zwei Strophen. Der Ortsname steht im Druck in spitzen Anführungszeichen, deren Spitzen nach innen auf das Wort zeigen, anders als im Französischen; in der Tippfassung erscheinen sie als gerade Zeichen. Der Name des Flusses in der zweiten Zeile bringt ein großes M mitten in den Vers. Der Witz sitzt in der letzten Zeile und hängt an einem einzigen Namen, den man kennen muss.

Was man leicht übersiehtDie spitzen Anführungszeichen kommen im ganzen Band nur dreimal als Paar vor. Eines davon steht in diesen acht Zeilen, und zwar um einen einzigen Ortsnamen, der damit optisch aus dem Vers heraussticht. Quelle

Was er übtNeun Kommas auf 243 Zeichen sind viel für so wenig Text, und vier davon sitzen am Zeilenende, wo der Vers ohnehin eine Pause verlangt, die übrigen fünf mitten im Vers. Dreiundvierzig Wörter kommen im Schnitt auf gut vier Buchstaben, also kurze Griffe. Trotzdem stehen vierzehn der sechzehn Großbuchstaben mitten im Satz, weil jede Verszeile oben anfängt und die Hauptwörter dazukommen. Nur drei Umlaute tauchen auf, zwei ä und ein ü. Die eigentlichen Hürden sind die beiden Anführungszeichen über der Zwei und Depeschenzeit, dreizehn Buchstaben in einem Zug ohne Bindestrich. Alle rund dreißig Zeichen verlangt zudem ein Zeilenwechsel, dass die rechte Hand die Eingabetaste trifft und der Blick an den linken Rand zurückspringt, häufiger als in jedem Prosastück gleicher Länge.

Aus unserem BlogBlind schreiben lernen: Grundstellung, Finger, Tempo

Den ganzen Text lesen Sie beim Herausgeber: Project Gutenberg

Ein Mann spielt Flöte in einem Saal unter einem Kronleuchter, Musiker und Gäste hören zu, Flötenkonzert in Sanssouci, Adolph von Menzel, 1850.
Wikimedia Commons
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Status der Gemeinfreiheit: veröffentlicht 1874, vor mehr als 125 Jahren. gemeinfrei, Project Gutenberg

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