Tastatur reinigen: Schritt für Schritt und ohne Schaden
Eine klebende oder aussetzende Taste hat meist eine banale Ursache: Krümel, Staub, Hautfett. Nötig sind Druckluft, ein Mikrofasertuch und Isopropanol mit 70 bis 99 Prozent, und die Reinigung ist in einer halben Stunde erledigt, wenn Sie die Reihenfolge einhalten und mit Flüssigkeit sparsam umgehen.
Vor der Reinigung trennen
Ziehen Sie das Kabel ab oder schalten Sie eine Funktastatur aus und entnehmen Sie, wenn möglich, die Batterien. Bei einem Notebook fahren Sie das Gerät herunter und trennen es vom Netzteil. Eine Tastatur unter Spannung reagiert auf jeden Kontakt, und feuchte Kontakte können Kurzschlüsse verursachen.
Machen Sie vorher ein Foto von der Tastatur. Beim Wiederaufsetzen der Kappen ist es die schnellste Vorlage, besonders bei Sondertasten und Zahlenblock.
Lose Partikel zuerst
Drehen Sie die Tastatur um und klopfen Sie sie vorsichtig aus. Das entfernt bereits den größten Teil. Danach hilft Druckluft aus der Dose: kurze Stöße, die Dose senkrecht halten und nicht kippen, sonst tritt Treibmittel als Flüssigkeit aus. Arbeiten Sie in Bahnen von einer Seite zur anderen, damit der Staub nicht nur umverteilt wird.
Ein Staubsauger ist die zweite Wahl. Ohne Bürstenaufsatz und bei voller Leistung kann er Kappen oder kleine Teile abziehen. Ein weicher Pinsel und ein Mikrofasertuch reichen für die Oberflächen zwischen den Tasten.
Tastenkappen abziehen: ja oder nein
Bei einer mechanischen Tastatur lassen sich die Kappen mit einem Keycap-Puller gerade nach oben abziehen. Ziehen Sie senkrecht, nicht schräg, und nehmen Sie zuerst die kleinen Tasten ab. Bei sehr breiten Tasten mit Stabilisator gehen Sie besonders behutsam vor, hier sitzt ein Drahtbügel, der leicht aushakt.
Bei Notebooks und flachen Tastaturen mit Scherenmechanik lassen Sie die Kappen sitzen. Die Halterungen brechen leicht, und Ersatz ist selten einzeln zu bekommen. Reinigen Sie dort nur die Oberfläche und die Ränder.
Abgezogene Kappen können Sie in lauwarmem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel einweichen, danach gründlich abspülen und vollständig trocknen lassen, mindestens einige Stunden. Feucht aufgesetzte Kappen bringen Wasser genau dorthin, wo es nicht hingehört.
Isopropanol richtig einsetzen
Für Gehäuse, Kappenoberflächen und Zwischenräume ist Isopropanol mit 70 bis 99 Prozent geeignet. Es verdunstet schnell und lässt kaum Rückstände. Wichtig ist die Anwendung: immer auf ein Tuch oder ein Wattestäbchen geben, niemals direkt auf die Tastatur sprühen oder tropfen.
Bei bedruckten Kappen reiben Sie vorsichtig, denn aufgedruckte Beschriftungen können sich lösen. Verzichten Sie auf Aceton, Reinigungsbenzin und scheuernde Mittel. Für Fettfilm auf dem Gehäuse ist ein leicht angefeuchtetes Tuch mit mildem Spülmittel oft ausreichend.
Membran und mechanisch unterscheiden sich
Membrantastaturen haben unter den Tasten eine durchgehende Gummimatte mit Kontaktfolie. Diese Einheit sollten Sie nicht öffnen und nicht mit Flüssigkeit erreichen: Gelangt etwas zwischen die Folien, bleiben Tasten dauerhaft stumm oder lösen von selbst aus. Reinigung beschränkt sich hier auf Oberfläche, Ränder und Druckluft.
Mechanische Tastaturen haben pro Taste einen einzelnen Schalter. Sie sind zugänglicher, aber empfindlich gegen Flüssigkeit im Schalterinneren. Halten Sie Alkohol von den Schaltöffnungen fern und blasen Sie stattdessen mit Druckluft aus. Bei einzelnen kratzenden Schaltern ist Reinigung von außen die einzige sinnvolle Maßnahme ohne Werkzeug.
Wenn Flüssigkeit hineingelaufen ist
Hier zählt die erste Minute. Trennen Sie das Gerät sofort von Strom und Rechner, bei einem Notebook schalten Sie es aus, ohne auf ein sauberes Herunterfahren zu warten. Nehmen Sie die Batterien heraus, wenn das ohne Werkzeug geht.
Drehen Sie die Tastatur mit den Tasten nach unten und legen Sie sie auf ein Handtuch, damit die Flüssigkeit ablaufen kann. Tupfen Sie ab, ohne zu wischen. Schalten Sie das Gerät auf keinen Fall ein, um zu testen, ob es noch geht: Der Test unter Spannung ist häufiger die eigentliche Todesursache als die Flüssigkeit selbst.
Lassen Sie die Tastatur mindestens 24 bis 48 Stunden bei Raumtemperatur trocknen, mit Luftzug, aber ohne Heißluft. Bei zuckerhaltigen Getränken bleibt nach dem Trocknen ein klebriger Film zurück. Auf einer mechanischen Tastatur lässt sich das nach dem Abnehmen der Kappen mit destilliertem Wasser und anschließendem vollständigen Trocknen oft noch retten, bei Membran und Notebook ist die Chance gering.
Funktionstest nach der Reinigung
Setzen Sie erst alle Kappen auf, dann prüfen Sie die Tastatur systematisch, nicht nach Gefühl. Öffnen Sie den Tastaturtest und drücken Sie jede Taste einmal, Reihe für Reihe, einschließlich Zahlenblock, Funktionstasten und Modifikatoren. Der Test zeigt nicht reagierende Tasten und zählt die Anschläge mit, so bleibt keine Position unbemerkt.
Achten Sie dabei auf zwei Muster. Ein Doppelanschlag, also ein Zeichen zweimal bei einem Druck, deutet auf Prellen im Schalter hin und wird durch Reinigung manchmal behoben. Und wenn eine Taste weiterhin stumm bleibt, während die Nachbarn melden, ist die Ursache mechanisch oder elektrisch, nicht mehr eine Frage der Sauberkeit. Bleibt sie nur bei einem bestimmten Layout stumm, prüfen Sie zuerst Tottasten als Ursache.
Nach dem Funktionstest lohnt ein Text, der mehr ist als eine Tastenfolge. Die Selbstkritik hat viel für sich, 1874 von Wilhelm Busch gereimt, läuft in kurzen Reimpaaren mit Semikolon und Umlauten durch, also genau das, womit man jede gereinigte Taste noch einmal in Ruhe anspricht.